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Unternehmenskultur – der Erfolgsfaktor Mensch

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von Dr. Karin Schambach

Sie ist schwer in Worte zu fassen und nicht zu leicht zu greifen, aber dennoch omnipräsent in allen Organisationen – die Unternehmenskultur. Um jene drehte sich die DVFA Investment Consultant Konferenz vom 24. November, die namhafte Spezialisten des Investment Markts ins DVFA Center lockte und mit spannenden Panels nicht geizte.

Roger Urwin, Global Head of Investment Content von Towers Watson, hielt den Eröffnungsvortrag – ein wahrer Hochkaräter der Branche, der sich heute jenseits der zahlengetriebenen Analyse mit der Frage beschäftigt, welchen Einfluss Culture und Leadership auf die Qualität eines Asset Managers haben. Damit war der Rahmen gesteckt, der – traditionsgemäß moderiert von Ulrich Koall (Quoniam Asset Management), Andreas Krebs (Mandarine Gestion) und Olaf John (Insight Investment Management) – in den Panels vertieft werden konnte.

Es waren einzelne Punkte in der Diskussion, die offenkundig nicht nur den Personalberater aufhorchen ließen, sondern auch bei Drinks im Anschluss an die Veranstaltung Thema waren. Das Panel zum Thema Leadership – Starkultur oder Teamansatz – Einfluss auf Performance? bot in dieser Hinsicht besonders unterhaltsamen Stoff und entwickelte eine starke Eigendynamik: Die von Andreas Krebs aufgeworfene Frage, was davon zu halten sei, dass der Portfolio Manager eines Asset Managers vom Kunden aufgefordert wurde, ihn zu sich nach Hause einzuladen, damit er sich ein transparenteres Bild von den Leistungen des Asset Managers machen und zu einer Entscheidung gelangen könne, wurde kontrovers diskutiert – bis hin zu der nicht von der Hand zu weisenden Bemerkung eines Panelisten, dass die Frage, plakativ gesagt, eigentlich nichts mit dem Thema zu tun habe.

Der Personalberater erhebt an dieser Stelle Einspruch! Denn ist der Wunsch des Kunden nicht als der hilflose Versuch zu verstehen, die Unternehmenskultur des Asset Managers zu erfassen? Und wird die Kultur nicht tatsächlich in erster Linie über die handelnden Personen transportiert? Oder anders gewendet: sind wir nicht alle Botschafter und Repräsentanten unseres Unternehmens?

Natürlich ist die Frage legitim, ob es nicht zu weit führt, Berufliches mit Privatem zu vermischen und zu fordern, in den privaten Raum des Portfoliomanagers einzudringen. Aber entscheidend ist letztlich die Frage, was dahinter steckt. Die Bitte des Kunden stellt doch unter Beweis, wie ernst er den Einzelnen im Unternehmen nimmt, um sich ein Bild vom Großen und Ganzen zu machen. Umgekehrt heißt dies, dass es elementar für den Erfolg eines Unternehmens ist, Mitarbeiter zu gewinnen, die zur Unternehmenskultur passen und diese repräsentieren. Folglich ist eine der größten Herausforderungen bei der Rekrutierung, neben der fachlichen Eignung zu prüfen und zu erkennen, ob ein Mensch zur DNA des jeweiligen Unternehmens passt.

So verstanden ist der Starkult oftmals schlichtweg der Versuch, dem Unternehmen ein Gesicht zu geben, das kulturell zu ihm passt. Einer steht für alle, macht die Kultur konkret greifbar und bietet dem Kunden die Möglichkeit, sich mit dem Unternehmen zu identifizieren. Dass der Kunde da zuweilen übergriffig wird und versucht, sich dem Einzelnen möglichst weit zu nähern, ist vor diesem Hintergrund durchaus naheliegend. Ob man sich dem als Unternehmen fügen muss, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Nicht bei vielen Veranstaltungen gelingt es, einen inspirierenden, lebendigen Rahmen zu schaffen, der gleichzeitig in nahezu familiärer, vertrauter Atmosphäre stattfindet. Dieser Konferenz ist es gelungen. Die Vorfreude auf das nächste Jahr ist bei den Teilnehmern unweigerlich geweckt!

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